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Nach einer kurzen Nacht...... 

Drei Stunden haben wir geschlafen, als um 6 Uhr im Innenhof Stühle gerückt werden und gemütlich - also erstaunlich lange und erstaunlich laut - gefegt wird. Bald geht auch laute Musik an.
Trotz dieses perfekten Weckers brauchen wir Langschläfer noch eine Stunde, bis wir uns aus dem Bett quälen und uns fertig machen.
Frühstück im Innenhof mit Baguette, Butter, Bananenmarmelade, Lipton-Tee und gezuckerter Kondensmilch.
Wie geht es weiter?
Wir brauchen eine Erlaubnis zum Fotografieren. Touristen bekommen die im Ministerium. Aber in welchem? Beim dritten Ministerium sind wir richtig. Es ist das Ministerium für Kultur und Tourismus.  Dort hat man zwar keinen Plan, aber viel Zeit!  Der Preis für die Genehmigung ist verhandelbar. Wir haben 10 000 CFA bezahlt, also etwa 17 Euro. Nicht verhandelbar ist das Papier für die Erlaubnis: es muss kariert sein.  Auf diesem Papier muss man den  Antrag von einem Formblatt abschreiben. Nach zwei Stunden haben wir die Erlaubnis, von der wir  in jeder Stadt unseres Weges eine Kopie im Rathaus abgeben sollen.
Wir wollen auch telefonisch erreichbar bleiben. Also brauchen wir eine Karte für das ältere Handy das wir aus Deutschland mitgenommen haben und das wir dann dort lassen wollen.  Nach vielen Stationen an wichtigen Schaltern mit vielen wichtigen, höchst wichtigen Formularen und Stempeln haben wir das auch geschafft.
Und wir sind hungrig.
Wir essen in unserer Herberge Huhn mit Pommes frites und bekommen dazu Bier, richtiges, gekühltes Bier aus Ouaga. Das Huhn hat wenig Ähnlichkeit mit seinen europäischen Verwandten. Es ist sehr sportlich, geradezu sehnig, mit starken Gelenken, geschult im Überlebenstraining im Kamikazeverkehr von Ouaga, leider an unfreiwilliger Anorexie leidend, hat daher spärliche, aber dennoch trainierte bissfeste Muskulatur. Wir nennen es "running chicken".
Nach einer kurzen Mittagspause machen wir das wichtigste Geschäft der Reise. Wir kaufen sechs bereits bestellte Solarkocher. Der Hersteller, Lassane Zongo, hat seine Werkstatt in einer der Barackenstraßen von Ouaga. Eine abgewetzte Wandbemalung als Hinweisschild, Schweißarbeiten mit Sonnenbrille als Pseudoschutz im Hinterhof, zwischen Metallteilen laufen Hühner. Herr Zongo führt uns einen Solarkocher vor. Dass wir einen Kocher gleich mitnehmen wollen nach Boumdoudoum, setzt ihn unter Druck. Der Solarkocher ist noch nicht fertig. Die Jungs von der Werkstatt werden die Nacht daran arbeiten.

Die Werkstatt Der Werkhof
Nationalmuseum Einer der beiden geöffneten Pavillons

 Wir besuchen das Nationalmuseum. Ein großes Wort. Ein großes Gelände mit erst sechs kleinen Pavillons, von denen zwei geöffnet sind. In dem einen Gebäude werden Masken für verschiedene Rituale ausgestellt, in dem anderen Exponate aus der Gegend von Fada-N’Gourma, die bei den Lebensabschnitten von der Geburt bis zum Tod eine Rolle spielen.
Wir sind die einzigen Besucher und bekommen eine persönliche Führung von einem Geschichtstudenten. Einige Fragen über die Masken kann, will oder darf er nicht beantworten, das seien Geheimnisse.
Anschließend besuchen wir das "Village artisanal", um einen Eindruck zu bekommen, was man in Burkina Faso an kunsthandwerklichen Arbeiten erwarten kann.

Village artisanal: Weberinnen Kupferschmied

Um 18 Uhr ist es stockdunkel.
Auf "running chicken" haben wir heute Abend keine Lust, deshalb essen wir in einem kleinen Restaurant: Holzbänke, Reisreste in der Aluminiumjalousie, viele neugierige Augen und ein wirklich fantastisches Essen, ein wenig Bedenken beim Anblick der Bestecke im Abwaschwasser, Cola oder Limonade nach Wahl.
Danach fährt uns das Taxi-Brousse zurück zur "Auberge du Samaritain" . Die Herberge wird bezahlt und eine Anzahlung auf das Taxi-Brousse ist auch fällig. Die Tausender werden nur so über den Tisch geschoben. Bevor wir ins Bett gehen, begrüßen wir Herrn oder Frau Gecko als weiteren Untermieter.

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