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Okt.:Preis und Workshop

Schulen – Gemeinsam für Afrika

Bei der Preisverleihung hören wir, dass wir 17 SchülerInnen vom Neuen Gymnasium uns gegen 2800 MitbewerberInnnen "durchgesetzt" haben.

Der Preis, den wir bekommen haben, ist ein Theaterworkshop.

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Frau Jelka Gerrmann von "Gemeinsam für Afrika" überreicht die Urkunde an Frau Anke Zimmer
Geschrieben von: Marie Hölscher

Einführung in das Theater
An diesem Mittwoch passierte etwas sehr Aufregendes und durchaus Lehrreiches in der Aula des NGOs. Nach der ersten großen Pause traf sich die Boumdoudoum AG, um gemeinsam an einem Workshop teil zu nehmen. Der Leiter des Workshops, Daniel, sollte den elf SchülerInnen innerhalb von vier Stunden vermitteln, wie sie am besten ein Aktionstheater machen könnten. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es mit einem Warm – up los. Mit Konzentrationsspielen wurde man schnell wach und hatte gleichzeitig Spaß. Danach wurden Fähigkeiten gesammelt, die für das Theaterspielen wichtig sind. Lautes Sprechen, aber auch Spaß sind von allergrößter Wichtigkeit. Die Übungen die darauf folgten sollten dies verdeutlichen. In der ersten Übung liefen alle AG – TeilnehmerInnen über die Bühne. Nun wurden verschiedene Aufgaben gegeben, zum Beispiel sollten sie sich begrüßen und dabei sehr höflich sein, in einer anderen Aufgabe sollten sie unhöflich sein. Eine andere Variation des Spiels war es, dass, wenn einer stehen bleibt, die anderen auch stehen bleiben mussten. Dabei war vor allem wichtig auf die Impulse andere zu achten und alles im Blick zu haben, was auf der Bühne geschieht.

Beim Theater ist mehr erlaubt…
Die nächsten Übungen stärkten vor allem die Gruppendynamik und das Selbstbewusstsein. Mit einer Gruppe ist jeder einzelne stärker. In einer Übung wurde die Gruppe in gleichgroße Gruppen geteilt. Eine Person der einen Gruppe schrie der anderen Gruppe ein Schimpfwort beziehungsweise als Variation ein Kompliment zu und seine Gruppe wieder holte dies. Die andere Gruppe musste mit einem Gegenschimpfwort beziehungsweise Kompliment reagieren. Eine weitere Aufgabe bestand darin die andere Gruppe alle gemeinsam zu beschimpfen und lauter werden je näher man der Gruppe kam. Gelernt hat man dadurch vor allem, dass Distanz sehr viel stärker auf das Publikum wirkt und man den Raum der Bühne nutzen sollte.

Was kann eine gute stehende Schaubühne eigentlich bewirken?
In einem folgenden Brainstorming wurden verschiedene Formen des Theaters festgehalten und was man mit diesen Formen bei dem Publikum bewirken könnte. Vor allem wurde dazu angeregt, dass man das Publikum zum Nachdenken anregen müsse. Dies würde zum Beispiel bei Zeremonien, Umzügen oder Prozessionen benutzt. Eine weitere Form des Theaters ist das Erzählen von Geschichten. Zum Beispiel könnte es einen Moderatoren/ Erzähler geben, der durch ein Bild von „eingefrorenen“ Menschen geht und diese Menschen nacheinander nach ihrer Geschichte fragt. Ein weiterer Aspekt des Theaters ist das Groteske. Dies wurde anhand eines einfachen Beispiels deutlich: Die Szene könnte eine Auktion darstellen, auf der Afrikaner und Europäer verkauft werden. Während die Afrikaner für wenig Geld verkauft werden, werden die Europäer nur für sehr viel Geld verkauft. Diese Szene wäre einerseits lächerlich, würde aber andererseits auch stark zum Nachdenken anregen.

Regeln des Theaters und Themen der AG
Zunächst wurden von Daniel vier einfache, in der Ausführung jedoch sehr wichtige Regeln eingeführt, die das Schauspielern betreffen. Die erste heißt „Einfach ist besser“. Dies ist vor allem dafür gedacht, dass man sich auf der Straße keine komplizierten Dramen mit fünf Akten ausdenken sollte, sondern die Nachricht kurz und prägnant wirken sollte. So kann ein Zuschauer, der später erst dazu kommt auch sofort in das Stück hinein finden. Die zweite und dritte Regel hängen zusammen. Sie lauten „Beziehe das Publikum ein“ und „Nehmt die Menschen ernst“. Diese Regeln sind auf den Straßen wichtig, wenn man jemanden aus dem Publikum nimmt, sollt man nicht zu aufdringlich sein und nicht über die Personen lachen. Die letzte Regel hieß „Mach, was Dir Spaß macht, es wird auch die anderen begeistern“, denn nur wer authentisch ist, kann überzeugen.

Themen der Boumdoudoum AG
Es wurden zunächst Ideen für mögliche Theaterstücke gesammelt. Am Ende einigte man sich auf die zwei Themen Migration und Hunger in Afrika. Die elf SchülerInnen teilten sich in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe bearbeitet das Thema Hunger. Sie stellten dar, wie die Afrikaner immer ärmer wurde, dadurch, dass sie ihre Hühner nicht mehr verkaufen konnten, da die reichen Länder auch ihre Hühner anbieten, allerdings zu einem viel geringeren Preis als die Afrikaner. Dadurch geht der Konsument zu einem Billiganbieter und die Afrikaner hungern dadurch, da sie ihre Ware nicht verkaufen können (Bilder). Die zweite Gruppe stellte das Thema Migration dar. Die Migranten kommen zur „Festung Europa“. Sie flüchten, weil ihre Lebensbedingungen schlecht sind. In Europa werden sie in Asylheime abgeschoben, dürfen nicht arbeiten und werden nicht integriert.
Die Gruppen haben die Ergebnisse des Workshops dann auch nach Schulschluss draußen und in der Pausenhalle aufgeführt.

Preisverleihung und Abschluss
Der Preis, der Workshop, hat den SchülerInnen sichtlich Spaß gemacht. Zu guter Letzt wurden Interviews gegeben von SchülerInnen und LehrerInnen und die Urkunde wurde überreicht. Durch die viele Arbeit, das Engagement und Durchhaltevermögen hat die Boumdoudoum AG den Preis auf jeden Fall verdient. Ich wünsche der AG, dass es in den nächsten Jahren weiterhin bergauf geht und dass sie vielleicht jetzt ab und zu auch ein kurzes Theaterstück selbst aufführen.

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