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Do, 18.10.2007

Wir stehen um sechs Uhr auf  und frühstücken. Für Heute sind Einkäufe vorgesehen. Der erste Termin ist für 7.30 Uhr vereinbart, Einkäufe für das Geschäft von Samba Camara. Sicherheitshalber ruft Hammadou nocheinmal an, um den Termin zu bestätigen. Nein, um 7.30 Uhr ist es unmöglich, eine Trauerfeier in der Familie, um 12 Uhr, nicht vorher. Das Programm muss umgestellt werden. Hammadou ruft beim nächsten Geschäft an, in dem wir kleine Musikinstrumente, teilweise aus Knochen, teilweise aus Konservendosen hergestellt, besorgen sollen. Das Geschäft ist geöffnet, wir werden erwartet.

Wir werden erwartet. Das hören wir gerne. Wir werden erwartet. Aber das ist schon alles. Die bestellte und bereits bezahlte Ware ist nicht da. Tausend Gründe hat die Ladenbesitzerin dafür und diese tausend Gründe erklärt sie uns, sie redet, redet, redet. Schließlich machen wir einen Schlusspunkt. Sie soll die bezahlte Ware herbeischaffen und zwar jetzt. Sie ruft einigen Jungen etwas auf Moore zu. Hamadou übersetzt: die Jungen sollen die Ware holen. Wir warten, warten. Endlich kommen die Jungen zurück mit der Ware in Säcken. Zu viel um alles mitzunehmen. Wir nehmen einen Teil mit, den Rest wird Samba Camara im März selbst mitnehmen müssen.  

Wir gehen weiter zu dem Geschäft, in dem Hamadou Batikkarten für die Arbeitsgruppe und Djembés für die Musiker des Neuen Gymnasiums bestellt hat. Die Batikkarten entsprechen exakt unseren Vorstellungen.

Jetzt zu den Djembés. Kaum ist das Wort gefallen, greifen einige Jungen, von denen immer welche vor den Geschäften lungern, nach den Djembés und geben uns ein Konzert. Schön, aber wir wollen die besten Djembés aussuchen und müssen sie einzeln hören. Hamadou, Michel und Marina übernehmen das und finden eine von 12 Djembés, die ihnen gefällt. Kein Problem, es werden weitere herbeigeschafft, während wir zu dem ursprünglich als ersten vorgesehenen Geschaft fahren.

Auf dem Weg dahin lernen wir „Quaga 2000” kennen. Eine riesige Baustelle, eine Hauptverkehrsader, die am Präsidentenpalast endet, die „Champs Elysees von Ouaga 2000” werden soll. Architektur im Stil verschiedenster vergangener europäischer Epochen, im Besitz von Reichen und Nicht-Regierungs-Organisationen.

Am Geschäft angekommen, ist es 12 Uhr. Eine halbe Stunde später kommt eine Frau auf einem Mofa, die uns erklärt, dass der Trauerfall dazwischen gekommen ist, aber die bestellte Ware in der folgenden Woche bereit sein wird. Also keine Möglichkeit, die Ware für Samba Camara mitzunehmen. Michel springt in die Bresche. Er wird die Ware abholen und sie uns vor dem Abflug geben. Zahlen muss ich sofort. Ich frage eine Quittung. Wieso Quittung, wenn wir einen Handschlag gegeben haben. Ich ziehe eine Quittung vor. Eine Quittung wird auf Papier geschrieben. Papier hat sie nicht. Hamadou reißt eine halbe Seite aus seinem Notizbuch, in dem er alles, was wir besprechen, nortiert, heraus und diktiert das, was auf der Quittung stehen soll. Im Einfordern von Quittungen ist er inzwischen Experte.

Unser nächstes Ziel ist AMPO (http://www.sahel.de/), eine Organisation, die Straßenkinden eine Ausbildung gibt. Unser Hintergedanke bei diesem Besuch ist, einigen Jugendlichen aus Boumdoudoum einen Ausbildungsplatz zu besorgen. Obwohl bisher nur Jugendliche aus Ouga angenommen wurden, macht uns der Verantwortliche gewisse Hoffnungen darauf, dass auch unsere Schützlinge aufgenommen werden könnten. Näher kennen lernen wir die Seifenherstellung aus Karitenüssen: Das große Problem sind die steigenden Preise für das Ausgangsmaterial: die Karetenüsse sind begehrt bei deutschen Kosmetikfirmen aber auch bei Herstellen von alternativen Ölen.

Nachdem wir ein paar Dinge im Laden der AMPO gekauft haben, suchen wir erneut den Laden mit den Djembés auf . Wir bekommen ein neues Konzert und finden auch die Djembés, die wir für das Neue Gymnasium mitnehmen wollen. An Stelle des Tuches, das Marina gekauft hatte hängt ein anderes, das mir für unseren Werbestand gut gefällt und ich finde ein weiteres, das ich kaufen möchte. Dann wird über den Preis für den Großeinkauf verhandelt, mit erkennbarem Vergnügen auf beiden Seiten. Schließlich ist der Preis festgelegt und wir bekommen als Geschenk Taschen für die Djembés und ein weiteres Batiktuch.

Bevor es zum Busbahnhof geht, fährt Michel uns zu den Eltern von Hamadou, die in Ouaga leben. Dort lassen wir unsere Einkäufe und treffen Hamadous Frau Arasmata und seinen einjährigen Sohn Farid. Beide kommen mit nach Koupela. Wir rücken zusammen, um ihnen Platz zu machen, aber Arasmata fährt mit ihrem Mofa zum Busbahnhof, weil das Mofa auch nach Koupela soll.

Wir haben die Fahrkarten, ein Gerüst wird an den Bus angelegt, das Gepäck wird auf das Dach des Busses geladen, alles läuft gut. Jetzt das Mofa. Halt! Stop! Nicht das Mofa. In Koupela gibt es kein Gerüst  und ein Mofa kann man nicht einfach vom Dach werfen wie einen Koffer. Im Bus gibt es auch keinen Platz. Aber wenn man das Mofa zerlegt, kann es im nächsten Bus mitgenommen werden. Kein Problem, Michel wird das Mofa in den nächsten Bus laden.

Der Bus ist voll und auch die Klappsitze im Gang werden besetzt. Auf den Klappsitz neben mir läßt sich eine riesige männliche Masse plumpsen, die beim Aufprall auf die Sitze links und rechts überschwappt, während ich mich zu meiner Sitznachbarin  hinüberrette. Die ist davon nicht begeistert und erwartet, dass ich um meinen eigenen Platz kämpfe. Mit vollem Körpereinsatz erreiche ich schließlich, dass sich die Masse ein wenig beiseite schiebt und den Passagier auf der anderen Seite des Ganges vollens unter sich begräbt.

Als wir in Koupela ankommen, ist es stockfinster. Da kann Hamadou unser Gepäck noch so genau beschreiben, der Busfahrer findet es nicht. Eine Lampe hat er nicht. Als ich meine Taschenlampe herausrücke, ist das Problem behoben, das erste Gepäckstück wird heruntergereicht und von zwei Händen, die plötzlich da sind, in Empfang genommen. Die Hände gehören Lucca, unserem Chauffeur für die Zeit in Koupela. Unser Gepäck ist zu groß. Lucca muß den Kofferraum mit Bindfäden zuhalten.

Lucca setzt uns, Marina und mich, bei der katholischen Mission ab und fährt dann Hamadou und seine Familie nach Hause.

Ich packe  Sachen aus ............................

Um 20 Uhr treffen wir uns mit Hamadou im Samaritain, trinken ein Bier und essen Couscous bevor wir uns müde und erschöpft in die Mission zurückziehen.

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