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19.10.2007 f

Im Schulgarten mittags eine weitere Enttäuschung: statt der erwarteten säuberlichen Reihen von Gemüse finden wir ein Chaos von wild durcheinander wachsenden Pflanzen. Aber das ist schnell geklärt: Während der Baumpflanzungen war neben der Feldarbeit keine Zeit mehr für den Schulgarten, so dass zwischenzeitlich die bodenverbessernden Pflanzen, die Frau Zimmer geschickt hatte, ausgesäht worden waren. Sie sollen in 2 Wochen als Gründünger untergegraben werden und dann dient der Garten wieder als Gemüsegarten.

Die Baumpflanzungen besichtigen wir als nächstes. 500 Bäume sind gepflanzt und mit Bewässerungssystemen versorgt worden. 250 der Bäume sind mit Gittern geschützt. Hunderte bis zu 100 cm tiefe Löcher mussten ausgehoben werden. Eine Heidenarbeit, für die es eine eher symbolische Entlohnung gab: eine Mahlzeit pro Tag und 20 Cent für jedes ausgehobene Loch.Einige Goaven haben fleckige Blätter. Ich pflücke eines, um es später dem Baumgärtner zu zeigen.

Wir spüren, dass unsere Freunde nun gespannt auf unsere Reaktionen warten und wir zeigen unsere Bewunderung der geleisteten Arbeit. Die 250 „épineux", die das Schulgelände begrenzen, finden wir, indem wir uns durch Getreide hindurch bewegen. Da das Geld nicht gereicht hatte, um auch diese Bäume durch Gitter zu schützen, haben die Besitzer der Nachbargrundstücke auf Wunsch von Herrn Congo und von Hamadou das Getreide zum Schutz der Bäume angebaut.

Im Hühnerhof sind keine Hühner zu sehen. Bei der Nachmittagshitze sind alle im Hühnerstall. Insgesamt 32 Hühner. Etwas verlegen erklärt Hamadou, dass die vorgesehenen Legehennen noch nicht gekauft wurden, weil Eier regelmäßig eingesammelt werden müssen und dass dafür in diesem Jahr die Zeit gefehlt hätte. Hamadou hat sich mit dem Buch über

Geflügelzucht in Burkina Faso, das er von Anke bekommen hat, beschäftigt und ist zu dem Schluss gekommen, dass das Wichtigste das Impfen der Tiere ist. Alle Hühner sind jetzt geimpft.

Die Bilanz wird nach einer halben Stunde Ruhepause im Schatten gezogen. Inzwischen ist der Dorfschef, Ambroise Tarpaga, ohne den kaum eine Diskussion im Dorf stattfindet, eingetroffen. Herr Congo spricht als Erster über das, was heute festgestellt wurde. Eine lange Rede auf More, eine kurze Übersetzung in das weniger blumige Französisch. Anschließend ergreift ein Vertreter des Elternkommitees das Wort und erläutert die Veränderungen in der Organisationsstruktur des Kommitees, die wegen der gewachsenen Verantwortung vorgenommen worden sind. Emmanuel Nadembega , der Französisch sprechen und schreiben kann, ist jetzt Sekretär des Kommitees

Dann bin ich an der Reihe. Wir kommen überein, dass ein Punkt nach dem anderen abgehandelt wird.

Bei den Klassenräumen kommen wir schnell überein, dass die Eltern die Zwischendecken entfernen und dass sie verbindliche Kostenvoranschläge vom Maurer für die korrekte Schließung der Lüftungslöcher (= Fluglöcher der Fledermäuse) und vom Maler anfragen. Die Arbeiten können während der Weihnachtsferien stattfinden. Bezahlt werden die Handwerker, wenn die Arbeiten perfekt abgeschlossen sind.

Kostenvoranschläge werden auch eingeholt für den Schutz eines Klassenraumes vor Moskitos und für das Spannen der Gartenzäune.

Zu der Baumpflanzung können wir nur gratulieren. Die Versorgung der epineux hat ein Vater übernommen, der nachts die Schule bewacht, alle anderen Bäume werden von den Schülern gepflegt. Es wird beschlossen, die Schüler in Gruppen aufzuteilen, die jeweils für definierte Aufgaben zuständig sind: die Klassen, die Bäume, der Garten, die Hühner.

Die Eltern möchten noch mehr Bäume pflanzen. Insbesondere möchten sie mehr "epineux", um schnell einen Windschutz gegen die Bodenerosion zu erreichen. Das kann ich verstehen, aber ich bin skeptisch. Epineux werden bis zu 12 Meter hoch, jeder Baum liefert jedes Jahr bis zu 500 Kg Biomasse, das ist positiv, verbraucht dementsprechend viel Wasser, das ist negativ.

Wir kommen überein, dass vor einer Entscheidung über eine weitere Baumpflanzung erst gesehen werden soll, wie viele der nach der Ernte gegen Tierfraß ungeschützten Bäume überleben. Dann wird entschieden, welche weiteren Maßnahmen Vorrang haben. Und wir kommen überein, dass eine eventuelle neue Pflanzaktion nicht wieder als Entschuldigung für die Vernachlässigung anderer Aufgaben dienen wird.

Der Chef möchte, dass wir alles daran setzen, zusätzliche Räume zu bauen und weitere Lehrer anzustellen, damit die Schüler in kleineren Klassen von jeweils einem Jahrgang unterrichtet werden. Das können und wollen wir nicht leisten.

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