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04.11.2012

Nach dem Frühstück - Baguette mit Mangomarmelade -

ging es, heute wieder ein wenig verspätet, nach Ouagadougou. Auf dem Weg kamen wir kurz vor Ouaga zu einer sehr „modernen“ Abzweigung. Ein Weg führt von dort aus zu dem Geburtsdorf des Präsidenten. Damit er dieses schneller erreichen kann, wurde extra zu diesem Zweck eine Straße geteert. An dieser Straße befindet sich auch eine Skulpturen-Ausstellung. Dort stellen Künstler und Steinmetze aus aller Welt ihre Kunstwerke aus. Sie treffen sich alle paar Jahre für jeweils zwei Monate, um ihre Skulpturen direkt vor Ort zu erstellen. Die Künstler befassen sich hauptsächlich mit aufklärerischen Themen, wie der Gleichstellung von Mann und Frau, das Aufbrechen von althergebrachten Tradition und das Aufrufen zur aktiven Hinterfragung von geltenden Normen. Eine Skulptur handelte von innerer Schwäche und äußerer Stärke. Die Skulptur bildet einen muskulösen Oberkörper ab, dessen Muskeln zwei Risse haben und dessen Schwerpunkt im Herzen liegt. Es soll zeigen, dass man, auch wenn man körperlich und finanziell stark ist, immer noch verletzlich ist. Das Herz ist der Schwachpunkt des Menschen. Kein Mensch hat nur Stärken, sondern auch Schwächen. 

Nach einer kurzen Erfrischung besuchten wir das naheliegende Operndorf, das von Christof Schlingensief gegründet wurde. Er wollte eine Oper als zentralen Treffpunkt westafrikanischer Kultur schaffen. Seine Bedingung für den Bau der Oper war, dass ebenfalls eine Schule und eine Krankenstation gebaut werden sollten. Die neu errichteten Gebäude sind mit einem doppelten Wellblechdach und speziellen Steinen gefertigt. Dadurch sind die Räume auch im Hochsommer angenehm kühl. Bisher ist nur die Grundschule fertig. An der Krankenstation wird momentan gebaut. Wenn diese fertig gestellt ist, wird auch die Freilichtoper errichtet.

In Ougadougou angekommen, haben wir die Kunsthandwerksmesse besucht, die vom 26.10. bis 04.11. stattfand. Da heute der letzte Tag war, konnte man gut mit den Ausstellern über den Preis verhandeln. Die Messe fand in verschiedenen Hallen sowie im Freien statt. Es gab Schmuck, Stoffe, Gewürze, Taschen, Figuren und viele andere Dinge. Auch gab es viele Speisen und Getränke zu kaufen. Der Markt war sehr gut besucht.

Nach mehr als 3 Stunden auf der Messe ging es dann zur Mission. Dort bezogen wir unsere Zimmer und fuhren anschließend zum Essen ins Restaurant der AMPO-Leute (Kathrin-Rhode-Stiftung). Es gab Pommes Frites, Spaghetti, Steak, Rohkost und Spinat. Es war wieder einmal sehr lecker.

(Marieke)

 

Heute Morgen nach dem Frühstück - Baguette mit Mangomarmelade -brachen wir auf, um nach Ouaga zu fahren. Auf dem Weg dorthin machten wir kleine Unterbrechungen. Zuerst besuchten wir ein Skulpturendorf. Verschiedene Künstler aus hauptsächlich Französisch sprechenden Ländern wie Belgien, Frankreich und Burkina Faso stellen dort aus. 

Einige der Skulpturen regen wirklich zum Nachdenken an: Eine Skulptur hieß „le crie“ = Der Schrei. Ein großer Stein war in der Form von Afrika gehämmert, darauf Reliefe ausgearbeitet. Die eine Seite stellte ein Gesicht dar, das diktatorisch wirkte, mit Krone, bösem Mund, Augen und Nase. Die andere Seite zeigte gequälte und geschlossene Augen, Nase und Mund, die Mundwinkel nach unten. Der Künstler drückt damit aus, dass es in Afrika Herrscher mit großen Privilegien gibt, in diesem Fall in Form der Metapher, dass dieser Mensch reden, sehen und riechen darf. Auf der Gegenseite gibt es die Unterworfenen, sie haben kein Recht auf Riechen, Sehen und eine eigene Meinung.

Eine andere Skulptur, die mir persönlich gefallen hat, zeigte einen nackten, muskulösen Männerkörper. Man sieht deutlich seine vielen Muskeln und die damit verbundene Stärke. Aber mittig durch den Oberkörper klaffte ein tiefer Riss; Und noch ein Riss führte durch die linke Brust, mitten durchs Herz. Diese Risse stellen die innerliche Schwäche eines äußerlich starken Menschen dar.

Anschließend sind wir zu einem Operndorf gefahren. Man konnte Klassenräume mit intelligenten Technologien zur Kühlhaltung eines Raumes sowie eine Krankenstation, die noch im Bau war, besichtigen. Leider gab es kein Mittagessen für uns, wir aßen Frau Zimmers Knäckebrot. 

Einige Zeit später sind wir zu einem großen Markt (Siao) gefahren. Dieser war extrem überfüllt, trotzdem war es ein tolles Erlebnis. Was auffiel war, dass dieser Markt eher von reicheren Leuten aus Ouagadougou und Umgebung besucht wurde.

Danach sind wir zu unserer ersten Unterkunft gefahren, haben uns frischgemacht und gingen dann alle zusammen zum AMPO-Restaurant.

 (Finja)

 

 

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